Auch im Osten trägt man Westen!

Ich habe mein zweites Praktikum im „The Wall Museum“ an der East Side Gallery in Berlin absolviert.

Wem der Begriff „East Side Gallery“ nichts sagt, dem helfe ich kurz auf die Sprünge: Im Jahre 1961 wurde Berlin in Ost und West geteilt. Wie? – mit Hilfe einer 160 Kilometer langen Betonmauer. Am 9. November 1989 fiel diese, und aus einer Mauer, die Familien, Häuser und Orte teilte, wurde eine Location, an der internationale Künstler sich verwirklichen konnten. Es ist quasi DIE Touristenattraktion schlecht hin.

Also wie schon gesagt, „The Wall Museum“ – Mauermuseum, befasst sich mit der ganzen Geschichte der Mauer. Das Besondere an diesem Museum ist, dass es eine multimediale Ausstellung ist, sprich nur mit TVs, Bildschirmen, Kopfhörern. Ahja insgesamt sind es 13 verschiedene Räume.

Nun wisst ihr, was die East Side Gallery ist, was das Museum bietet und jetzt kommen wir zu meinen Tätigkeiten.

Insgesamt dauerte mein Praktikum acht Wochen, ich hatte eine 40 Stunden Woche. Meine Hauptaufgaben waren Gruppenanmeldungen und Führen des Instagram-Accounts.

Zu den Gruppenanmeldungen gehörte die Akquise von Schulen. Akquise bedeutet einfach Kundengewinnung. Ich habe bei Schulen angerufen und gefragt, ob sie interessiert an unserem Museum sind, wenn dies der Fall war, schickte ich ihnen Infomaterial. Ich habe sehr viel telefoniert, was wirklich gut war, weil davor hatte ich echt Angst zu telefonieren – jetzt hab ich vor gar nichts mehr Angst 😉 nur die Schnauze voll vom Telefonieren.

Auch dazu gehörte die Arbeit mit dem Programm „CRM – Central Station“, dies ist eine Plattform für Kleinunternehmen, wo alle Kunden, Termine, Kontaktdaten gespeichert sind.

Kommen wir zu meinem Lieblingspart…INSTAGRAM 😊. Ich durfte täglich Instagram-Beiträge und Instagram-Storys posten. Natürlich nur Posts, die zum Thema unseres Museums passten. Was auch eine gute Übung war, da diese Posts auch auf Englisch geschrieben werden mussten.

Apropos Englisch: In dem Museum arbeiten eigentlich nur Studenten-Praktikanten. Aus Italien, Bulgarien, Ukraine und Nicaragua. Jap, keine deutschen Muttersprachler – except me. Ich durfte immer ihre geschriebenen Texte korrigieren und verbessern (sogar die Englischen). Ich hoffe, ich bin jetzt auch in Deutsch besser geworden… Aber das hat mir eigentlich echt Spaß gemacht.

Kleine Nebenarbeiten waren Recherche oder „Notes“, also Angebote einholen, wenn zum Beispiel ein Handwerker gebraucht wurde oder neue TVs gekauft werden mussten. Aber auch Besucherservice gehörte zu meinen Tätigkeiten.

Im Großen und Ganzen war das Praktikum echt gelungen. Die Kollegen sind enge Freunde geworden und ich weiß, dass ein Bürojob nicht wirklich etwas für mich ist (hab ich vorher schon gewusst, aber ich wollts ausprobieren). Außerdem war ich zwei Monate alleine in Berlin, was mich auf jeden Fall weitergebracht hat. Und mit der deutschen Geschichte kenn ich mich jetzt auch ein bisschen besser aus. Wobei, der Mauerbau für mich immer noch ein Rätsel ist.

Alles jute,

Eure Afra