Heißester Sommer seit 40 Jahren

Nachdem in Deutschland alle frieren und immer mehr Rekorde im Bereich der Minusgrade  fallen, erlebe ich in meinem zweiten efAb das komplette Gegenteil. Jeden Tag an die 30 Grad und mehr. Denn ich befinde mich in meiner 5ten Woche von meinem Praktikum in Santiago de Chile. Ich bin in einem kleinen Unternehme namens La Bicicleta Verde. Wir unternehmen Radtouren durch die Hauptstadt von Chile und auch in verschiedenen Weinanbaugebieten rund um die Stadt.  Zudem verleihen wir auch Räder, damit die Leute selbstständig in der Stadt fahren können. Was sich in einer Stadt mit gut 7 Millionen Einwohnern und einem dementsprechend hohen Verkehrsaufkommen (dazu am Ende noch eine kleine Geschichte) nicht immer ganz einfach gestaltet.

Außerdem vertreiben wir in unserem Büro in Santiago ebenfalls noch die Walking-Touren unseres Tochterunternehmens Tours4Tips. Dieses macht Walking Touren in Santiago, Valparaiso, Vina del Mar (beides an der Küste gelegen) und in San Pedro in der Atacama-Wüste.

Nachdem ich zu Beginn meiner Zeit hier erst einmal alle 4 Touren in Santiago mitmachen durfte, wurde ich dann in meine Arbeiten im Büro eingewiesen. Hier sind meine Hauptaufgaben das Beantworten der E-Mails, die Leute für die Radtouren empfangen und einchecken und den Radverleih durchführen. Nebenbei habe ich auch andere Aufgaben erledigt, wie das Erstellen eines Tutorials für neue Mitarbeiter oder alte Verträge in das System einzutragen. Das war schon eine wahnsinnig spannende Sache, die ich mittlerweile zum Glück an die beiden Praktikanten, die nach mir angefangen haben, abgeben konnte. Meine liebste Aufgabe ist es, mich mit unserem CRM (Customer Relationship Management) Programm zu beschäftigen. Das darf ich mit verbessern, damit wir mit unseren E-Mails mehr Leute ansprechen aber gleichzeitig  weniger E-Mails versenden. Das ist eine ziemlich coole Aufgabe, weil mir erst erklärt wurde, wie das Programm funktioniert und seit dem darf ich mich da alleine durchklicken und sämtliche Vorschläge machen, wie man etwas verbessern könnte. Meine Ergebnisse werden dann mit den nächsten Praktikanten umgesetzt, da ich leider keine Zeit mehr dazu habe.

Meine Chefin war nämlich so nett und hat mir meine freien Tage zum Großteil auf den Schluss meiner Zeit hier gelegt, damit ich noch ein bisschen was vom Land sehen kann. Jetzt hab ich hald zwei mal nur einen Tag frei, aber dafür kann ich am Ende 4 Tage in den Norden nach San Pedro in die Atacamawüste fliegen. Darauf freue ich mich schon wahnsinnig. An meinen vorigen freien Wochenenden war ich schon in den Anden wandern, was auch total schön war. An guten Tagen kann man von da aus auf die ganze Stadt blicken. Ich hatte damit allerdings nicht so viel Glück, weil wir ja die Waldbrände hatten und von denen der ganze Rauch in die Stadt getragen wurde. Auch war ich schon in Valparaíso und in Vina del Mar. In Valpo hab ich unsere Touren mitgemacht, die vor allem auf Grund der vielen Graffitis in der Stadt sehr interessant war und in Vina habe ich einfach nur den Strand genossen, da gibt es aber meiner Meinung nach auch garnicht so viel zu sehen außer viele Läden zum Shoppen.

Was noch zu sagen ist, mein Weg zur Arbeit ist immer ziemlich spannend und vielleicht auch etwas lebensgefährlich. Denn meiner Meinung nach ist der Bus in Chile, zumindest in Santiago, nicht das  sicherste Transportmittel und das hat drei Gründe:

  1. Du kannst schon garnicht in den Bus einsteigen weil a) zu viele Leute drinnen sind oder b) der Busfahrer einfach nicht an deiner Haltestelle stehen bleibt
  2. Man sollte möglichst immer schauen, dass man einen Sitzplatz hat, weil bei manchen Busfahrern könnte man meinen die sind auf der Flucht und rasen mit einem Tempo durch die Stadt, das man sich nicht vorstellen kann. Zudem sind die Straßenverhältnisse natürlich wahnsinnig gut und es gibt überhaupt keine Schlaglöcher *ACHTUNG IRONIE*
  3. Zu guter Letzt ist es ja auch nicht sicher, ob man überhaupt ankommt, weil es könnte ja sein dass der Bus einfach nicht kommt. Aus welchem Grund auch immer. Dann kommt er hald erst in einer Stunde, das ist ja auch völlig in Ordnung, wenn man nicht irgendwo pünktlich erscheinen muss.

Alles in allem muss man aber sagen, dass meine Zeit hier echt wahnsinnig schön ist, ich viele coole Leute getroffen habe und meine Arbeit echt super entspannt ist/war (Zitat: „Wenn du nix zu tun hast, erledige einfach deine Dinge“)

Muchos besos de Chile,

Tina